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| Helen-Keller-Schule Essen Rheinische Förderschule, Förderschwerpunkt: Körperliche und motorische Entwicklung |
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| Schulprogramm 3 Die Besonderheiten unseres Unterricht 3.1 Unterrichtsbedingungen Die entscheidenden
Voraussetzungen für den Unterricht werden an jeder Schule
durch
die Schülergruppe, die Besonderheiten der Schule sowie die
gültigen Lehrpläne und Richtlinien gebildet. Im
Vergleich zu
anderen Schulformen erhalten dabei jedoch an der Schule für
Körperbehinderte die differenzierten Lerngruppen ein
besonderes
Gewicht. Es sind hier viele Formen von Beeinträchtigungen
vorzufinden, die sich jeweils sehr individuell auf die
Lernmöglichkeiten der SchülerInnen auswirken
können. Um
diese Veränderungen genauer beschreiben zu können,
ist in der
Regel eine langfristig angelegte sonderpädagogische Diagnostik
erforderlich. So befinden sich unter den 10-14 SchülerInnen
einer
Klasse oftmals solche, die nach unterschiedlichen Richtlinien
unterrichtet werden (Richtlinien der Grundschule, der Schule
für
Lernbehinderte, für Geistigbehinderte u.a.). Eigene
Richtlinien
der Schule für Körperbehinderte existieren zur Zeit
noch
nicht. Die Unterrichtsfächer (z.B. Mathematik, Deutsch,
Englisch)
und die Lernbereiche (z.B. Lebenspraktisches Training, Lebenskundliche
Orientierung) ergeben sich dabei aus den Vorgaben der entsprechenden
Lehrpläne.
Während in einigen Fächern (v.a. Mathematik und Deutsch) aufgrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen zumeist zwei oder drei Gruppen gebildet werden (Differenzierung), werden andere vornehmlich im Klassenverband unterrichtet (z.B. Sport, Kunst, Sachunterricht). Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, dass häufig mehrere Personen gleichzeitig in der Klasse arbeiten. Die Wahrnehmungs- und Bewegungsbeeinträchtigungen führen oftmals zu veränderten Entwicklungsbedingungen und beeinflussen nicht nur die Lernmöglichkeiten, sondern auch in besonderem Maße die körperliche und seelische Befindlichkeit der SchülerInnen. Hieraus ergibt sich ein sehr individueller Förderbedarf, der im Unterricht zwangsläufig zu einer starken Schülerorientierung führt. Die Folge ist in aller Regel eine sehr enge Schüler-Lehrer-Beziehung, die wiederum dafür verantwortlich ist, dass die Schule für Körperbehinderte stärker als andere Schulformen nicht nur einen Bildungsauftrag, sondern auch einen Erziehungsauftrag zu erfüllen hat. Dem kann jedoch nur durch eine ganzheitliche Förderung entsprochen werden, bei der die emotionalen und sozialen Ziele gleichberechtigt neben der Wissensvermittlung stehen. Damit den einzelnen SchülerInnen mit all ihren Bedürfnissen entsprochen werden kann, findet deren Förderung sowohl im Klassenunterricht als auch im Rahmen von Einzelförderung sowie Kleinst- und Kleingruppenarbeit statt. Da die veränderten Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeiten den Einsatz von allgemeinen Lehr- und Lernmitteln nur in eingeschränktem Maße zulassen, liegt ein Schwerpunkt der Unterrichtsvorbereitung auf der Herstellung und Anpassung von Unterrichtsmaterialien, um den individuellen Lernvoraussetzungen der SchülerInnen gerecht zu werden. Viele SchülerInnen werden im Rahmen der ganztägigen Beschulung therapeutisch betreut. Oftmals wird hierzu die Therapie in das Unterrichtsgeschehen mit einbezogen. In der Regel findet diese in den ausgewiesenen Stunden statt, zu denen die SchülerInnen dann den Klassenraum verlassen. 3.2 Unterrichtsgestaltung
Die
im vorangegangenen Abschnitt dargestellten Bedingungen stellen
wesentliche Voraussetzungen für die Durchführung des
Unterrichts dar. Jeder Unterricht verfolgt bestimmte Ziele, wobei sich
diese sowohl auf einzelne SchülerInnen als auch auf die
gesamte
Lerngruppe beziehen können. Diese Ziele können jedoch
nur
erreicht werden, wenn sich der Unterricht in seiner Gestaltung an den
individuellen Lernmöglichkeiten orientiert. Um dies
gewährleisten zu können, finden neben den an den
Regelschulen
bewährten Konzepten folgende Unterrichtsprinzipien besondere
Berücksichtigung:
Selbsttätigkeit Durch handelndes Lernen und Üben wichtiger Vollzüge soll eine bessere Einsicht in die Vorgehensweise und eine anhaltende Verankerung der Fähigkeiten erreicht werden. Darüber hinaus fördert diese Methode die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer vieler SchülerInnen. Die Beispiele reichen vom selbständigen Ankleiden bis zur Herstellung von Schülerprodukten. Abnehmende Hilfe Eng verbunden mit dem Vorgenannten ist dieses “Motto” auch aus der familiären Erziehung bestens bekannt: “Hilfe - sowenig wie möglich, aber soviel wie nötig!” Ziel ist dabei die Förderung des Selbstvertrauens sowie der Selbständigkeit. Lebensnähe Ausgangspunkt für viele Lerninhalte stellt die für die SchülerInnen konkret erfahrbare Lebenswirklichkeit dar. Hierdurch kann sowohl das Interesse geweckt als auch die Einsicht in die Notwendigkeit eines Unterrichtsthemas gestärkt werden. Im Rahmen der Vorbereitung auf das nachschulische Leben kann die Lebensnähe auch als Lernziel dienen. Anschauung Da viele SchülerInnen in ihren Umwelterfahrungen eingeschränkt sind, muss sich der Unterricht um eine größtmögliche Anschaulichkeit bemühen. Dies bezieht sich sowohl auf eine besonders konkrete Ansprache als auch auf den handelnden Umgang mit realen Gegenständen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei Unterrichtsgängen zu, in deren Rahmen die SchülerInnen wesentliche Dinge und Phänomene in der Wirklichkeit aufsuchen können. Beispiel hierfür wären Führungen in Behörden und Versorgungseinrichtungen (z.B. Rathaus, Bauernhof, Klärwerk etc.). Verstärkung und Lustbetontheit Nahezu alle unsere SchülerInnen sind in einem oder mehreren Persönlichkeitsbereichen von Einschränkungen und/oder Beeinträchtigungen betroffen. Diese sind im Laufe ihrer Entwicklung Ursache für eine Vielzahl von Misserfolgserlebnissen. Um das Selbstvertrauen sowie Arbeits- und Lernverhalten zu stärken ist es wichtig, dass sich die SchülerInnen erfüllbaren Anforderungen stellen können. So sind sie in der Lage, Erfolgserlebnisse zu sammeln und Anerkennung und Bestätigung zu erfahren. Dabei soll nach Möglichkeit die Freude am Lernen und Arbeiten im Vordergrund stehen. Exemplarisches Lernen Durch die intensive, ganzheitliche Auseinandersetzung mit einem Thema sollen Ziele erreicht werden, die auf unterschiedliche Bereiche übertragbar sind. Die besondere Art der Beschäftigung führt oftmals dazu, dass die SchülerInnen das Thema zu ihrem eigenen machen (hohe Identifikation). Entdeckendes und problemlösendes Lernen Fragestellungen, die die SchülerInnen als wichtige Probleme erkennen, erwecken häufig starkes Interesse und lassen sie die Aufgaben mit großer Kreativität bewältigen. Hierdurch kann in besonderem Maße die Erkenntnis- und Speicherfähigkeit gefördert werden. Entwicklungsgemäßheit Die besonderen Entwicklungsbedingungen können bei vielen SchülerInnen dazu führen, dass sich ihr Entwicklungsalter deutlich vom Lebensalter unterscheidet. Die den individuellen Fähigkeiten der einzelnen SchülerInnen angepassten Ziele und Inhalte tragen deshalb in positiver Weise zu deren weiteren Entwicklung bei. Ganzheitlichkeit Die meisten der vorgenannten Prinzipien beinhalten eine ganzheitliche Vorgehensweise im Rahmen eines Gesamtkonzeptes. Die handelnde Auseinandersetzung mit einem Unterrichtsgegenstand soll möglichst viele Sinne ansprechen (“Lernen mit Kopf, Herz und Hand”). Auf diese Weise soll eine stärkere Verinnerlichung des zu Lernenden erreicht werden. Während sich viele Lernziele durch Unterrichtsformen erreichen lassen, die aus anderen Schulformen bekannt sind und sich dort auch bewährt haben, können andere wiederum besser oder sogar ausschließlich durch handlungsorientierte Unterrichtskonzepte verwirklicht werden. Diese offene, fächerübergreifende Vorgehensweise wird zumeist im vorhaben- oder projektorientierten Unterricht realisiert. Dieser kann sowohl innerhalb einer Klasse als auch klassen- und stufenübergreifend durchgeführt werden. Anzustreben wäre hierbei noch die Zusammenarbeit mit anderen Schulen sowie die Umsetzung konkreter Projekte wie das Modellwohnen und der wöchentliche Praktikumstag innerhalb der Abschlussstufe. |
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